Skip to main content

April 2006

Von einem Mord in Belgien

Am 12. April wurde in Antwerpen der 17 jährige Joe van Holbeeck durch fünf Messerstiche umgebracht, mitten am Tag, mitten in der Stadt. Die Ermittlungen wiesen zunächst auf nordafrikanische Jugendliche hin - doch es stellte sich heraus, daß dies nicht der Fall gewesen ist. Daß man über diesen Mord dennoch erschrocken sein könnte, kam der Frankfurter Rundschau nicht in den Sinn: für diese Zeitung war der Mord des 17-jährigen erst eine Nachricht wert, als sie nicht den Mord selber, sondern die angeblich rassistischen Reaktionen darauf zu ihrem Thema machen konnte und rassistisch heißt hier selbstverständlich islamfeindlich. So titelte diese Zeitung denn auch "Raubmord in Belgien löst islamfeindliche Hetze aus." Angesichts der Brutalität dieser Tat kann man diese Überschrift nurmehr als zynisch und empathielos bezeichnen.

Heimatfetisch Garage

In den letzen Wochen hat man gelernt, daß die Menschen oftmals zu verschieden sind, um sich überhaupt zu verstehen: Christen sind anders als Moslems, Humanität und der Gedanke, daß es nicht angehen kann, daß Menschen sich gegenseitig verstümmeln oder umbringen ein fixe Idee ignoranter Zivilisationsfetischisten. Da müsse man sich mit abfinden.
Die Frankfurter Rundschau rollt dieses Thema heute mal von einer ganz anderen Seite auf: dem ehemaligen DDR- Bürger geschieht zur Zeit ein Unrecht nicht gekannten Ausmaßes ohne das die Menschheit davon Notiz nimmt und genau deshalb ist es ein Thema für die FR, die stets weiß, sich auf die Seite der entrechteten und geknechteten zu stellen. Zudem wird sich die Hausbesetzer- Szene freuen, es ist nicht auszuschließen, daß sie in den nächsten Wochen Zulauf von unerwarteter Seite erhält: Möglich, daß es im Osten der Republik alsbald zu massenhaften Garagenbesetzungen kommen wird, weil diese Relikte aus der DDR- Zeit nun enteignet werden sollen. Aber was ist geschehen?

Auf jede Taube eine Haube

Posted in

Immer das selbe: die Friedensbewegung und der Terror

Es gibt zahlreiche Bewegungen, in denen die meisten Elemente aktueller deutscher Ideologie kulminieren. Sie verstehen sich in der Regel als besonders links, nennen sich emanzipatorisch und wähnen sich unglaublich widerständisch. Mit dem ersten Punkt liegen sie - betrachtet man es empirisch - leider gar nicht so falsch, mit dem zweiten bleibt zu hoffen, daß es möglich sein könnte, einer anderen Art Emanzipation zur Geltung zu verhelfen, in dem dritten Punkt wissen sie sich mit allen einig, mutig und laut seine Meinung zu sagen gilt hier besonders dann etwas, wenn sich von der Regierung bis zum letzten Gewerkschaftsfuzzi alle mit einer Stimme reden und sich dennoch gegenseitig versichern, es gehöre Mut zum eigenen Standpunkt. Besonders angenehm ist dies, wenn dieser mutig und laut vertretene Standpunkt von allen geteilt wird und niemand überhaupt merkt wie unsinnig und auch wie wenig eigen das gesprochene ist. So hat es die Friedensbewegung im Jahre 2002 geschafft, sich massenweise auf den Straßen zu versammeln, um gegen den Sturz des Terrorregimes von Saddam Hussein durch die USA lautstark zu protestieren und zu demonstrieren, obwohl es zumindest hier in Deutschland kaum jemand gab, der diesen Freunden von Folterregimen widersprochen hätte.

Customize This