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Weblog von Silke

Erinnerung mit Pace Fahne

Gestern
besuchte ich die Eröffnung des "Zug der Erinnerung" Zuges der Erinnerung am Hamburger Hauptbahnhof. Dies ist jener Zug der seit dem Herbst 2007 durch Deutsche Städte rollt und die Geschichte der Deportation vor allem von Kindern anhand von einigen Einzelbeispielen zeigt. Die Initiatorinnen müssen das Geld für die Strecke und für die Liegezeiten in den Bahnhöfen selber aufbringen, weil die Deutsche Bahn – direkter Nachfolgerin des Todestranportuers Reichsbahn – sich weigert, diese Ausstellung zu unterstützen. Anwesend waren nicht weniger als Hundert Personen. Am selben Tag fand in Hamburg der obligatorische Ostermarsch statt, der sich in diesem Jahr besonders gegen die Bundeswehr in Afghanistan und gegen die Anti- Terror Kriege im allgemeinen richtete. Das theoretische Rüstzeug der aktuellen Friedensbewegung liest es sich wie ein Forderungskatalog der Hamas.

Auch der hier abgebildeter Herr (unten) hatte sich auch auf der Versammlung auf dem Bahnsteig eingefunden, auf meine Frage, wie er denn gedenke, Israel vor den Drohungen des Irans zu schützen hatte er selbst redend keine Antwort: die USA wollten ein Krieg gegen das iranische Volk führen, das sehen man ja schon im Irak wo die USA zehntausende Menschen umgebracht hätten. Mit Antisemitismus habe das alles gar nichts zu tun und wenn ich jetzt Ahmadinedschad mit Hitler vergleiche, würde ich die Shoa relativieren. (wobei er nicht Shoa, sondern Faschismus sagte) Außerdem sei ich größenwahnsinnig, wenn ich verhindern wollte, daß es Israel in 50 Jahren nicht mehr gäbe, das alles trug er mit eine Kaltschnäuzigkeit vor, die es mich danach gelüstern lies diesem Mann abwechselnd die Fresse und den Hintern zu verkloppen. Genau so geht es in Deutschland zu wenn von Nationalsozialismus die Rede ist: Aus dem NS folgt: Nie wieder Krieg, und dies wendet sich immer gegen die USA und gegen Israel. Von daher paßte es auch ausgezeichnet, daß die Ausstellungseröffnung in Hamburg genau auf den Tag des Ostermarsches fiel: direkt von der Friedendemonstration zum Zug der Erinnerung, man hatte ja heute schon was gegen Faschismus getan: man hatte gegen den Anti- Terror- Krieg der USA demonstriert, ein Krieg, den man hier nie als einen eigenen wahrnehmen wird, weil man sich in einer Gesellschaft befindet, die sich den Islamisten näher fühlt als ihren Opfern.

Hanukkah with the Bushes

By Jeff Jacoby
December 17, 2007

On the 7th night of Hanukkah in 1944, my father was in Auschwitz. He had been deported with his family to the Nazi extermination camp eight months earlier; by Hanukkah, only my father was still alive. That year, he kindled no Hanukkah lights. In Auschwitz, where anything and everything was punishable by death, any Jew caught practicing his religion could expect to be sent to the gas chambers, or shot on the spot.

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Betrifft: Friedensforschung

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Ein Pladoyer für die Schließung eines Fachbereiches

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Vor einiger Zeit gab das Kosmopolitbüro in Marburg die Broschüre "Intifada an der Uni" heraus. Ein Seminar am Institut Politikwissenschaft mit dem Titel "Der Nahostkonflikt und die sozialistische Internationale", in dem Studenten endlich mal ganz offen über Israel vom Leder ziehen durften, veranlaßte die Gruppe damals zu dieser Intervention. Diese Schrift lies die Wellen hochschlagen: während man am Fachbereich mit Nervösität die Autorinnen ausfindig machen wollte wegen unflätigen Beleidungen (und als dieses wird Kritik am Antisemtismus ja immer verstanden) fühlte man sich in der linken Szene durchweg auf den Schlips getreten, immerhin hatte es jemand gewagt, linke Marburger Ikonen wie Kühnl und Abendroth auseinanderzunehmen und darüber hinaus in einem Editorial diverse linke Projekte des mittelhessischen Kleinstädtchens als rückständig, reaktionär und vor allem mit dem Islam kollaborierend zu beschreiben.

U- und S- Bahn fahren in Hamburg

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In Hamburg kommt man um das Benutzen der öffentlichen Verkehrsmittel gar nicht rum. Das ist teuer, hat aber den Vorteil, daß man auch einiges sieht und beobachten kann. Meind Freund zum Beispiel berichtete mir letztens, dass er eine junge Frau mit Koptuch in der U-Bahn beobachtet hat, die erwartungsvoll lächelte, sie war in Begleitung einer Freundin ohne Verhüllung. Kurz bevor die beiden Ausstiegen, machte mein Freund eine seltene Beobchtung: die betuchte Frau, wickelte ihr Kopftuch ab, steckte es in ihre Tasche und ging von dannen.

Eine andere sehr viel bedrohlichere Entdeckung machte ich in der S- Bahn vor einigen Tagen: auf einem Mülleimer in dem Waggon waren mit Edding die Worte "Juden raus" geschrieben. Ich erschrak ob dieses Anblickes, denn trotz der antisemitischen Realität in Deutschland war mir diese Parole in der Öffentlichkeit lange nicht begegnet (ich glaube das letzte mal in rieseigen Lettern an einer Häuserwand in Polen, das war 1993). Ich fotografierte diesen Mülleimer mit meinem Mobile, die Anwesenden schienen von all dem keine Notiz zunehmen. Am nächsten Tag rief ich bei der S-Bahn an, und bat um sofortige Entfernung, mein Gesprächspartner versicherte mir, daß sie den Waggon mit der Nummer 20 10 sofort herausnehmen würden; prüfen kann ich das nicht, der Typ wirkte aber glaubwürdig, er redete irgendetwas davon, sie würden stets im Interesse ihrer Kunden handeln.

Auf dem Campus in Hamburg

Graffittis, Wandgemälde, gesprühte Parolen in überdemensionierten Lettern gehören wahrscheinlich weltweit zum Bild einer Großstadt, und vor allem zum Inventar jedes Uni- Campus. Da diese meist jenes abbilden, was in den Hirnen der Menschen vor sich geht, wenn keine Reflexion einsetzt, verwundert es wenig, daß die meisten von ihnen mit Aufklärung wenig, mit Regression aber ein ganze Menge zu tun haben. Folgender Rundgang über den Hamburger Unicampus ist demnach eher als ein Hinweis auf deutsche Realität und Normalität zu verstehen als ein Verweis auf einen skandalonen Sonderfall.

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Die Uni liegt im Hamburger Grindelvieltel, jenes Viertel, in welchem bis in die dreißiger Jahre viele Juden wohnten. So ist es nicht verwunderlich, daß angrenzend an den Campus sich bis zum November 1938 eine der Hamburger Hauptsynagogen befand Sie wurde in der Nacht vom 9. auf den zehnten November und erneut zwei Tage später beschädigt; im Frühjahr 1939 wurde die jüdische Gemeinde des Grundstücks enteignet und der Rest der Synagoge abgerissen. Auf dem Platz wurde bald ein Hochbunker errichtet, der heute noch steht und auch zur Universität gehört.

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