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Demonstration

Nazis auf dem Jungfernstieg am 10.01.2009

Über die Tatsache, daß in den letzten Wochen Land auf, Land ab man vor antisemitischen Demonstrationen nicht sicher ist, hat Lizas Welt schon einiges geschrieben. So auch am letzten Samstag in Hamburg, als die Palästinensische Gemeinde, der Deutsch-Palästinensische Frauenverein Hamburg, der Flüchtlingsrat Hamburg e.V., die Schura und einige andere unter dem Motto "Gaza: Hamburg steht auf!" zu einer Kundgebung auf dem Jungfernstieg aufriefen.

Erinnerung mit Pace Fahne

Gestern
besuchte ich die Eröffnung des "Zug der Erinnerung" Zuges der Erinnerung am Hamburger Hauptbahnhof. Dies ist jener Zug der seit dem Herbst 2007 durch Deutsche Städte rollt und die Geschichte der Deportation vor allem von Kindern anhand von einigen Einzelbeispielen zeigt. Die Initiatorinnen müssen das Geld für die Strecke und für die Liegezeiten in den Bahnhöfen selber aufbringen, weil die Deutsche Bahn – direkter Nachfolgerin des Todestranportuers Reichsbahn – sich weigert, diese Ausstellung zu unterstützen. Anwesend waren nicht weniger als Hundert Personen. Am selben Tag fand in Hamburg der obligatorische Ostermarsch statt, der sich in diesem Jahr besonders gegen die Bundeswehr in Afghanistan und gegen die Anti- Terror Kriege im allgemeinen richtete. Das theoretische Rüstzeug der aktuellen Friedensbewegung liest es sich wie ein Forderungskatalog der Hamas.

Auch der hier abgebildeter Herr (unten) hatte sich auch auf der Versammlung auf dem Bahnsteig eingefunden, auf meine Frage, wie er denn gedenke, Israel vor den Drohungen des Irans zu schützen hatte er selbst redend keine Antwort: die USA wollten ein Krieg gegen das iranische Volk führen, das sehen man ja schon im Irak wo die USA zehntausende Menschen umgebracht hätten. Mit Antisemitismus habe das alles gar nichts zu tun und wenn ich jetzt Ahmadinedschad mit Hitler vergleiche, würde ich die Shoa relativieren. (wobei er nicht Shoa, sondern Faschismus sagte) Außerdem sei ich größenwahnsinnig, wenn ich verhindern wollte, daß es Israel in 50 Jahren nicht mehr gäbe, das alles trug er mit eine Kaltschnäuzigkeit vor, die es mich danach gelüstern lies diesem Mann abwechselnd die Fresse und den Hintern zu verkloppen. Genau so geht es in Deutschland zu wenn von Nationalsozialismus die Rede ist: Aus dem NS folgt: Nie wieder Krieg, und dies wendet sich immer gegen die USA und gegen Israel. Von daher paßte es auch ausgezeichnet, daß die Ausstellungseröffnung in Hamburg genau auf den Tag des Ostermarsches fiel: direkt von der Friedendemonstration zum Zug der Erinnerung, man hatte ja heute schon was gegen Faschismus getan: man hatte gegen den Anti- Terror- Krieg der USA demonstriert, ein Krieg, den man hier nie als einen eigenen wahrnehmen wird, weil man sich in einer Gesellschaft befindet, die sich den Islamisten näher fühlt als ihren Opfern.

Streiken. Wieso?

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9. November 1997 in Marburg: Zum Gedenken an die Reichspogromnacht geben Esther und Edna Bejerano ein Konzert in der Universitätskirche. Zur selben Zeit marschieren durch die Stadt etwa 100 Faschos der Jungen Nationaldemokraten - der größte Fascho-Aufmarsch, den Marburg seit 1945 erlebt hat, genehmigt und geheimgehalten durch Oberbürgermeister Möller.

10. November 1997 in Marburg: Die erste Studentische Vollversammlung findet statt, über einen Streik soll beraten werden. Zu Beginn der VV wird ein Text verlesen, der auf die Ereignisse vom Vortag eingeht, Möller angreift, und erklärt, daß eine Studibewegung nur dann einen Sinn haben kann, wenn sie sich mit nationalistischen und antisemitischen Tendenzen in der Gesellschaft auseinandersetzt. Die Frau, die den Text verliest, wird mit Sätzen wie: "Das gehört nicht hierher!" oder "Was geht's uns an?" niedergebrüllt. Sie kann schließlich nur zu Ende reden, weil die Redeleitung damit droht, daß die VV erst dann weiter gehe, wenn die Rednerin fertig ist. Das wirkt, schließlich wollen die Studis ihren Streik beschließen.

Einige Tage später in Marburg: Streik-AktivistInnen interviewen OB Möller für Radio Unerhört Marburg (ein freies Radio) zum Thema Streik und Universität. Ja, auch er solidarisiere sich mit einigen Forderungen der Studierenden, schließlich sei die Universität ja so wichtig für die Stadt. Das Wort Standort fällt, die FragerInnen sind zufrieden, keine einzige Frage zum 9. November - auch Möller soll Teil der Bewegung sein.

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