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U- und S- Bahn fahren in Hamburg

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In Hamburg kommt man um das Benutzen der öffentlichen Verkehrsmittel gar nicht rum. Das ist teuer, hat aber den Vorteil, daß man auch einiges sieht und beobachten kann. Meind Freund zum Beispiel berichtete mir letztens, dass er eine junge Frau mit Koptuch in der U-Bahn beobachtet hat, die erwartungsvoll lächelte, sie war in Begleitung einer Freundin ohne Verhüllung. Kurz bevor die beiden Ausstiegen, machte mein Freund eine seltene Beobchtung: die betuchte Frau, wickelte ihr Kopftuch ab, steckte es in ihre Tasche und ging von dannen.

Eine andere sehr viel bedrohlichere Entdeckung machte ich in der S- Bahn vor einigen Tagen: auf einem Mülleimer in dem Waggon waren mit Edding die Worte "Juden raus" geschrieben. Ich erschrak ob dieses Anblickes, denn trotz der antisemitischen Realität in Deutschland war mir diese Parole in der Öffentlichkeit lange nicht begegnet (ich glaube das letzte mal in rieseigen Lettern an einer Häuserwand in Polen, das war 1993). Ich fotografierte diesen Mülleimer mit meinem Mobile, die Anwesenden schienen von all dem keine Notiz zunehmen. Am nächsten Tag rief ich bei der S-Bahn an, und bat um sofortige Entfernung, mein Gesprächspartner versicherte mir, daß sie den Waggon mit der Nummer 20 10 sofort herausnehmen würden; prüfen kann ich das nicht, der Typ wirkte aber glaubwürdig, er redete irgendetwas davon, sie würden stets im Interesse ihrer Kunden handeln.

Dieser ganze Vorgang erinnerte mich an eine Begegnung vor einigen Jahren: ich fuhr abermals mit der U- Bahn in Hamburg, es war spät am Abend, und in meinem Woggon saß ein ziemlich angetrunkener Typ. Ich las in der Jüdischen Allgemeinen, war müde und froh, bald zu hause zu sein. Mit einem mal fing dieser Mann, der in der anderen Ecke des Waggons saß, an, antisemitische Drohsätze in meine Richtung zu schreien. Er sprang von seinem Platz auf und wollte wohl auf mich zustürmen. Gerade in desem Moment mußte ich ohne hin aussteigen, ich sah noch von außen, daß niemend der Anwesenden auch nur einen Finger rührte um diesen Antisemiten in seine Schranken zu weisen.

Naja

Normale Härte würde ich sagen. Da hab ich aber schon wesentlich gruseligere Sachen erlebt. Will damit nichts verharmlosen, ist nur leider so das mensch da nicht viel mehr machen kann alls den üblichen Atifa/prozion. Kram, ohne sich von solchen Standardsituationen aus der Ruhe bringen zu lassen. Bahn anrufen war da wohl die richtigste Entscheidung. Da haben die DB-Putztrupps endlich mal einen Sinn.

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